Projekt 1 - Sanierung der Hohenzollerngruft

Die wertvollen Särge aus fünf Jahrhunderten kommen in dem diffusen Licht der Hohenzollerngruft aktuell nicht zur Geltung.

Der ursprüngliche Zugang zur Hohenzollerngruft lag vor dem 2. Weltkrieg in der Denkmalskirche. Im Rahmen des Umbauprojektes wurde der Eingang in die Nähe dieser historischen Treppe zurückverlegt. Nun gelangen die Besucherinnen und Besucher wieder direkt von der Predigtkirche über den nordöstlichen Treppenabgang in die Hohenzollerngruft. Das hat nicht nur historische, sondern auch liturgische Gründe, erklärt der geschäftsführende Domprediger Stefan Scholpp: „Der Berliner Dom ist seit seinen Anfängen auf die Gemeinschaft von Lebenden und Toten gegründet. Im wörtlichen Sinn: Wer aus der Predigtkirche in die Gruft hinabsteigt, kommt unweigerlich mit seiner eigenen Sterblichkeit in Berührung – aber eben auch mit dem Glauben der christlichen Kirche an die Auferstehung der Toten. Damit gewinnt der Rundgang durch den Dom eine existenzielle Tiefe, die ich als unschätzbar wertvoll erlebe.“

In der Hohenzollerngruft betreten die Gäste nun zuerst einen Vermittlungsraum: wertvolle Grabbeigaben, kurze Animationsfilme und ein interaktives Gruftmodell laden zum Verweilen ein. Hier gibt es Wissenswertes zur Geschichte der Grablege, zur Hohenzollern-Familie und Geschichten über die Menschen, die in der Gruft bestattet sind, zu erfahren.

Zum Schutz der historisch wertvollen Sarkophage erhält die Hohenzollerngruft erstmals eine Klimaanlage. Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen hatten in der Vergangenheit regelmäßig dazu geführt, dass sich an den Särgen Schimmel und Risse bildeten und Farbschichten abplatzten. Durch die neue Technik wird zudem die Raumluft für die Besucher verbessert.

Außerdem wurde in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt ein neues Lichtkonzept erarbeitet. Ziel war es, durch den vorsichtigen Einsatz von Lichtelementen die Raumstimmung als Grablege zu betonen und gleichzeitig Nischen, Kreuzgewölbe und die gesamte Raumarchitektur sichtbar werden zu lassen. Mittels einer dezenten Lichtführung soll die Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher vorsichtig auf kunstgeschichtlich oder historisch besondere Sarg-Details wie Stoffbespannungen, Farben, Vergoldung, Reliefs und Verzierungen gelenkt werden.

Mit dem Umbau erhält die Hohenzollerngruft ihre bauzeitliche Sargaufsstellung eines Gräberfeldes zurück. Dabei entfällt der Kreuzgang in der Mitte der Gruft: zukünftig stehen die Särge – ähnlich wie vor dem II. Weltkrieg – wieder nebeneinander. Neu hinzu kommt ein Altar- und Andachtsbereich in der Krypta, direkt unter dem Altar der Predigtkirche.

Die Projektleitung lag in der Hand von Dombaumeisterin Sonja Tubbesing. Das Architekturbüro BASD  wurde nach einer EU-weiten Ausschreibung beauftragt, die Maßnahme in der Hohenzollerngruft zu planen und umzusetzen.

Die Kosten für die Umbauarbeiten der Grablege wurden zu 35,6% von dem Beauftragten für Kultur und Medien und zu 32,4% vom Land Berlin finanziert. 32% der Projektkosten trägt die Berliner Domgemeinde.

Projektleitung Hohenzollerngruft
Dombaumeisterin Sonja Tubbesing
+49 30 20269 131
sonja.tubbesing(a)berlinerdom.de

 

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