Orgeln am Berliner Dom

Große Sauer-Orgel

Die Große Sauer-Orgel der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin wurde zeitgleich mit dem Bauwerk entworfen und realisiert und gehört damit zur ursprünglichen, originalen künstlerischen Ausstattung dieser Kirche.

Zur Einweihung 1905 galt die Orgel mit ihren 7269 Pfeifen und 113 Registern, die sich auf vier Manuale und Pedal verteilen, als die größte in Deutschland. Der Hoforgelbaumeister Wilhelm Sauer aus Frankfurt/Oder realisierte ein Instrument, das damals den neuesten technischen und musikalischen Stand der deutschen Orgelbaukunst verkörperte.

Die Orgel entsprach damit den hohen Ansprüchen der Auftraggeber und des Orgelbauers: im evangelischen Dom der Hauptstadt Berlin sollte ein repräsentatives, modernes, ein in jeglicher Hinsicht außergewöhnlich qualitätvolles Instrument erklingen.

Die Berliner Domorgel stellt den Höhepunkt in Sauers Schaffen dar und beendet gleichzeitig die lange Entwicklung der romantischen Orchesterorgel, deren klangliche Charakteristik dem damaligen Sinfonieorchester entspricht.

Heute ist die Orgel im Berliner Dom die größte noch im ursprünglichen Zustand erhaltene Orgel aus der Zeit der „Spätromantik“.

In unserem Domshop können Sie zahlreiche CDs mit Aufnahmen von der Sauer-Orgel käuflich erwerben, z.B. die CD "Alte Meister", eingespielt von Domorganist  Andreas Sieling. Einige Hörbeispiele daraus finden Sie in unsere Mediathek.


Schuke-Orgel in der Tauf- und Traukirche

Die von Fritz Heitmann konzipierte Orgel wurde 1946 von der Potsdamer Firma Alexander Schuke hergestellt. Sie war das erste dort produzierte Instrument nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Schuke-Orgel stand zunächst in der Gruftkirche und wurde dann in die Tauf- und Traukirche verbracht.


Neapolitanische Orgel in der Tauf- und Traukirche

Die neapolitanische Orgel in der Tauf- und Traukirche des Berliner Domes hat eine bewegte Geschichte hinter sich – eine Italienerin auf Reisen!

Der Erbauer des Instrumentes ist unbekannt, ebensowenig ist eine exakte Datierung möglich. Anhand von ähnlich gestalteten Vergleichsobjekten ist jedoch abzuleiten, dass die Entstehungszeit im 17. Jahrhundert liegen muss. Zudem lassen die äußeren Merkmale der Orgel vermuten, dass sie im neapolitanischen Umfeld entstanden ist. Das Instrument wurde 1979 von Klaus Eichhorn, Professor für Orgel und Generalbass an der Hochschule für Künste Bremen in völlig zerstörtem, unspielbarem Zustand erworben.

Im Jahr 1980 restaurierten Jürgen Ahrend (Leer/Ostfriesland) und Bernhard Junghänel (Gütersloh) die Orgel. Bis 1993 stand sie in der St. Matthäi-Kirche, anschließend für knapp zwei Jahre in die St. Nikolai-Kirche Spandau, ab Januar 1995 in die Dorfkirche Petzow bei Werder und bis zum Oktober 2000 im Museum der Nikolaikirche. Doch auch dort konnte das Instrument wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten nicht länger bleiben. Nach kurzen Zwischenstationen in verschiedenen Berliner Kirchen fand die Orgel im Dezember 2007 einen neuen Platz: auf der Orgelempore in der Tauf- und Traukirche des Berliner Domes.


Wegscheider-Orgel

Seit 2014 besitzt der Berliner Dom ein Continuoinstrument, das nach den Ideen von Domorganist Andreas Sieling durch den Dresdener Orgelbauer Kristian Wegscheider gebaut und eingeweiht wurde. Zuvor musste der Dom für Kantatengottesdienste und Konzertveranstaltungen immer eine kleine Orgel ausleihen. Dieses Verfahren war teuer und gleichzeitig klanglich unbefriedigend, da der Klang der Leihorgeln viel zu leise und für den Dom ungeeignet war.
 
Die Wegscheider-Orgel mit nur vier Registern orientiert sich an den akustischen und praktischen Bedürfnissen des Hauses. Aufgrund der Praxis im Berliner Dom, sowohl aus dem Altarraum als auch von der Südempore Kirchenmusik erklingen zu lassen, sollte das Instrument nicht allzu groß und leicht transportabel sein und zudem auch in den Fahrstuhl passen.
 
Bei Orgelbauern und in der Gemeinde erhielt das Instrument deshalb schnell den Spitznamen ‚Fahrstuhlorgel‘. Orgelbauer und Organist tüftelten lange, damit das Instrument nicht nur schön klingt, sondern auch tatsächlich in den Lift passt: die Klaviatur wird zum Transport hochgeklappt und der Rundbogen hingegen runtergeklappt. Jetzt passt die Wegscheider-Orgel zentimetergenau in den Aufzug und trägt ihren Spitznamen zurecht.


XS
SM
MD
LG