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Baubeginn in der Hohenzollerngruft

Originalplan aus der Bauzeit des Domes (c) Domarchiv

Ab dem 1. März 2020 schließt der Berliner Dom die Tore zur Hohenzollerngruft für zwei umfangreiche Bau- und Sanierungsprojekte, die voraussichtlich bis zum Frühjahr 2023 dauern. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt rund 18 Millionen Euro, wovon die Domgemeinde 10% übernimmt. Gefördert werden die Projekte von der Cornelsen Kulturstiftung, dem Land Berlin über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Infrastruktur" (GRW) und der Beauftragten für Kultur und Medien.

Mit beiden Projekten zur Weiterentwicklung und zur touristischen Infrastruktur in der Hohenzollerngruft übernehmen Berliner Dom und die privaten wie öffentlichen Geldgeber Verantwortung für den Zustand der historischen Grablege. „Alleine kann die Domgemeinde so ein großes Umbauprojekt nicht schaffen. Wir sind deshalb für die Unterstützung sehr dankbar“, so der Vorsitzende des Domkirchenkollegiums Dr. Stephan Harmening.  „Unser Ziel ist es, mit beiden Projekten die Hohenzollerngruft zu einem würdevollen Ort der Totenruhe und einem bedeutenden Erinnerungsort deutscher Geschichte umzugestalten“.

90 Personen aus dem Haus Hohenzollern, darunter berühmte wie König Friedrich I., Königin Sophie-Charlotte, Königin Elisabeth Christine und der Große Kurfürst sind in der Hohenzollerngruft bestattet. „Mit unseren Projekten“, erklärt Domarchitektin und Projektleiterin Sonja Tubbesing „stellen wir die Hohenzollerngruft als wichtigste dynastische Grablege Deutschlands auch sichtbar und erfahrbar in eine Reihe mit den bedeutendsten Grüften Europas, wie zum Beispiel der Kapuzinergruft in Wien“. Mit ihren kunsthistorisch wertvollen Särgen aus fünf Jahrhunderten ist die Gruft zudem ein einmaliges Dokument dynastischer Sepulkralkultur in Deutschland. Am 20. November 1999 wurde die Hohenzollerngruft erstmals für die Allgemeinheit geöffnet. 2019 besichtigen rund 765.000 BesucherInnen aus dem In- und Ausland Kirche und Grablege.


Projekt 1 – Weiterentwicklung der Hohenzollerngruft

Visualisierung BASD Architekten

Der ursprüngliche Zugang zur Hohenzollerngruft lag vor dem 2. Weltkrieg in der Denkmalskirche. Mit dem Umbauprojekt verlagern der Berliner Dom den Eingang in die Nähe dieser historischen Treppe zurück. Zukünftig gelangen BesucherInnen direkt von der Predigtkirche über den nordöstlichen Treppenabgang in die Hohenzollerngruft. Das hat nicht nur historische, sondern auch liturgische Gründe, erklärt der Geschäftsführende Domprediger Michael Kösling: „Wir haben als Kirche hier einen Schatz, der die existentielle Dimension des Menschen berührt. In dem Moment, wo unsere Besucherinnen und Besucher aus der hellen, bunten Predigtkirche hinabsteigen in die dunkle Grablege, werden sie automatisch einen Moment innehalten. Solche Ruhemomente, in denen wir Menschen - und sei es nur für Sekunden - auf uns selbst zurückgeworfen werden, sind für jeden besonders wertvoll“.

In der Hohenzollerngruft betreten die BesucherInnen zukünftig zuerst einen neuen Informationsbereich. Wertvolle Grabbeigaben, kurze Animationsfilme und ein interaktives Gruftmodell laden zum Verweilen ein. Die BesucherInnen erfahren zukünftig in dem neuen Raum Wissenswertes zur Geschichte der Grablege, der Hohenzollern-Familie und Geschichten über die Menschen, die in der Gruft bestattet sind.

Zum Schutz der historisch wertvollen Sarkophage erhält die Hohenzollerngruft erstmals eine Klimaanlage. Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen hatten in der Vergangenheit regelmäßig dazu geführt, dass sich an den Särgen Schimmel und Risse bildeten und Farbschichten abplatzten. Durch die Technik wird zudem die Raumluft für die BesucherInnen verbessert.

Außerdem wird in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt ein neues Lichtkonzept erarbeitet. Ziel ist es, durch vorsichtigen Einsatz von Lichtelementen die Raumstimmung als Grablege zu betonen und gleichzeitig Nischen, Kreuzgewölbe und die gesamte Raumarchitektur sichtbar werden zu lassen. Auch soll die Aufmerksamkeit der BesucherInnen vorsichtig auf kunstgeschichtlich oder historisch besondere Sarg-Details wie Stoffbespannungen, Farben, Vergoldung, Reliefs und Verzierungen gelenkt werden.

Mit dem Umbau erhält die Hohenzollerngruft ihre historische Sargaufsstellung eines Gräberfeldes zurück. Dabei entfällt der Kreuzgang in der Mitte der Gruft, zukünftig stehen die Särge – ähnlich wie vor dem Krieg - wieder nebeneinander. Neu hinzu kommt ein Altar- und Andachtsbereich im Osten der Krypta, direkt unter dem Altar der Predigtkirche. Dieser Altar ist in den historischen Bau-Zeichnungen Raschdorffs aus der Kaiserzeit deutlich zu erkennen und wird jetzt erstmals umgesetzt.

Finanzierung durch die Beauftragte für Kultur und Medien, die Berliner Domgemeinde und die Cornelsen Kulturstiftung.


Projekt 2 – Infrastruktur und Barrierefreiheit

Dom und Hohenzollerngruft werden ab 2023 barrierefrei zugänglich. Zukünftig wird ein frei bedienbarer Aufzug auf der Nordseite des Domes Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit in die Domarkaden bringen. „Darauf freuen wir uns besonders, dass die Domstufen nach dem Umbau für niemanden mehr ein Hindernis sein werden“, so Projektleiterin Sonja Tubbesing. Von den Domarkaden aus gelangen alle gleichermaßen über großen Portale in den Dom. Im Haus selbst wird parallel zum Besuchertreppenhaus im Südturm ein Aufzug installiert, der vom Gruft- bis zum Museumsgeschoss reicht.

Zudem vergrößern wir die sanitären Anlagen im Untergeschoss des Berliner Domes und machen auch diese barrierefrei, ebenso wie Dom-Shop und Dom-Café. Beide Bereiche sollen zukünftig mehr Raum erhalten, besucherfreundlicher sein und zum Verweilen nach einem Dom-Rundgang einladen. Sie sind von außen auch für BesucherInnen des Humboldt Forums und der angrenzenden Museumsinsel zugänglich und ergänzen das touristische Angebot am Lustgarten.

Finanzierung durch das Land Berlin über die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Infrastruktur" (GRW) und die Berliner Domgemeinde.

 

Projektleitung Hohenzollerngruft
Domarchitektin Sonja Tubbesing
+49 30 20269 131
sonja.tubbesing(a)berlinerdom.de

 

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