Gespräche bei Brot und Wein

Die Gespräche bei Brot und Wein sind offene Gesprächsabende über elementare Themen des christlichen Glaubens. Sie richten sich an alle Interessierten, die sich informieren und mit anderen austauschen möchten. Ein Impulsreferat, freie Gespräche an den Tischen und ein meditativer Abschluss bilden die Grundelemente der Abende. Danach besteht die Möglichkeit zum lockeren Austausch.

19. September 2018 - Über Gott und die Welt... - Schöpfungsglaube und moderne Physik

Den Glauben und die Wissenschaft verbindet eine lange und wechselvolle Geschichte. Schon die Schöpfungserzählungen der Genesis illustrieren die Schöpfungsmacht Gottes mit den wissenschaftlichen Weltbildern ihrer Zeit. Doch seit Galilei haben sich die Zeiten geändert. Am seither immer wieder aufflammenden Konflikt zwischen Glaube und Wissenschaft dürften beide Seiten Schaden davongetragen haben. Sollten Glaube und Wissenschaft einander also lieber aus dem Weg gehen? Der Theologe Dr. Matthias Schleiff ist anderer Meinung: Ohne die Erkenntnisse der Naturwissenschaft wird der Schöpfungsglaube weltfremd. An diesem Abend gibt er eine Einführung in das, was Glaube und Wissenschaft voneinander lernen können und möchte die Frage anregen: Was bedeutet der Glaube an einen Schöpfer angesichts der Erkenntnisse der Wissenschaft?

Dr. Matthias Schleiff, geb. 1982, war bis 2015 an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster tätig und unterrichtet seitdem als Studienrat an einem Gymnasium im Münsterland. In seinem Werk »Schöpfung, Zufall oder viele Universen?« (erscheint Anfang 2019) entwickelt er ein modernes Gottesargument.

Referent: Dr. Matthias Schleif, Evangelischer Theologe, Münster
Durch den Abend führt Domprediger Thomas C. Müller.

Mittwoch, 19. September 2018, 19.30 Uhr


17. Oktober 2018 - Jesus Christus - Gottessohn, Prophet, Vorbild?

Das Gespräch zwischen den Religionen weicht der Frage nach Jesus Christus häufig aus. Das ist begreiflich: So lange man sich auf Abraham beruft, scheint der Konsens nahe zu liegen. Wenn man jedoch über Jesus Christus spricht, ist der Dissens offenkundig. Bei keinem Thema sind Judentum, Christentum und Islam weniger einig als bei diesem. Doch vielleicht ist auch vielen Christen das Schweigen über Christus ganz lieb. Sie sprechen lieber allgemein von Religion oder von »Werten« als konkret über die Heilsbedeutung von Kreuz und Auferstehung Jesu. Wenn man diese Hemmschwelle überwinden will, braucht man elementare Theologie. Mit ihrer Hilfe können unterschiedliche Zugangsweisen zum Christusbekenntnis miteinander ins Gespräch kommen.

Bischof a. D. Prof. Dr. Wolfgang Huber war Professor für Sozialethik und Systematische Theologie in Marburg und Heidelberg, von 1994 bis 2009 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg Schlesische Oberlausitz, von 2003 bis 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und von 2010 bis 1014 Mitglied des Deutschen Ethikrates. Prof. Dr. Wolfgang Huber ist bis heute einer der profiliertesten Vertreter des Protestantismus in Deutschland.

Referent: Bischof a. D. Prof. Dr. Wolfgang Huber
Durch den Abend führt Domprediger Thomas C. Müller.

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 19.30 Uhr


7. November 2018 - Lässt sich Gott vernüftig denken?

Der Gottesglaube steckt heutzutage in einer tieferen Krise.Viele Menschen glauben nicht (mehr) an Gott. Die besondere Krise des Gottesglaubens aber liegt darin, dass viele Menschen glauben, man müsse über die Frage nach Gott auch gar nicht mehr länger nachdenken, weil es zu offensichtlich sei, dass es Gott nicht gebe. Der Gottesglaube sei nichts anderes als eine leicht und schnell zu durchschauende bloße Wunschvorstellung. Sind der Gottesgedanke und der Gottesglaube wirklich so offenkundig unvernünftig? Oder lässt sich der Gottesgedanke durchaus als vernünftig verteidigen und rechtfertigen? Über diese Frage wird der Berliner Philosoph Prof. Dr. Holm Tetens in einem Impulsreferat nachdenken und eine Antwort zu geben versuchen. Anschließend wollen wir dann gemeinsamen über die Vernünftigkeit des Gottesglaubens diskutieren.

Prof. Dr. Holm Tetens war bis 2015 Professor an der Freien Universität Berlin. Schwerpunkte seiner Arbeit sind neben der Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte die Philosophie des Geistes sowie Logik und Argumentationstheorie. Sein Buch »Gott denken. Ein Versuch über rationale Theologie« hat ein breites Echo erfahren.

Referent: Prof. Dr. Holm Tetens
Durch den Abend führt Domprediger Thomas C. Müller.

Mittwoch, 7. November 2018, 19.30 Uhr



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