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Museum of Hope

Ein Kunstprojekt von Folakunle Oshun

Hier im Berliner Dom, nicht weit von imperialen Reiterstandbildern vergangener Zeiten, rückt die Skulptur Fragen nach Macht und dem riskanten Kampf ums Überleben in einen neuen Kontext.

Obwohl in der ästhetischen Tradition der klassischen Reiterstandbilder, bricht Folakunle Oshun zugleich mit der kolossalen Wucht dieser Monumente: Statt mit Stein arbeitet Oshun mit einem leichten Kunststoff. Statt einer statischen Haltung lässt er das Pferd wie in großem Schrecken scheuen und aufsteigen. Der Reiter, sonst fest im Sattel als Zeichen unerschütterlicher Macht, wird aus dem Sattel geworfen. Festgehalten ist der Moment des Falls. Ein Zwischenmoment, in dem nicht auszumachen ist, ob er das am Boden liegende und fluoreszierende Schwert noch ergreifen kann um sich zu verteidigen, oder ob alles verloren ist.

„Museum of Hope“ wird von einer Video- und Soundinstallation begleitet, die in der barocken Architektur des Berliner Doms entstanden ist. In ihren vielfältigen Erzählschichten überträgt „Museum of Hope“ sowohl ein reinigendes, kathartisches als auch ein spirituelles Moment.

Folakunle Oshun: „Glaube, sei es in einem religiösen oder anderen Kontext, erfordert eine Form von Entschlossenheit und Ehrgeiz; Hoffnung hingegen kommt von einem Ort völliger Zerbrochenheit. In dieser Arbeit weise ich auf diese besondere Fähigkeit hin, die wohl allen Menschen gemeinsam ist: den Umständen zu trotzen und aus schwierigen Situationen wieder aufzustehen.“

Der in Lagos ansässige Bildhauer und Kurator Folakunle Oshun ist Initiator und künstlerischer Leiter der Lagos Biennale. Er studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte an der Universität von Lagos und erhielt den Potsdamer Kuratorenpreis. Oshun ist Gastkurator an der Pinakothek der Moderne in München und Berater für die Saison Afrique 2020 in Frankreich. Er lebt zurzeit in Berlin.

Die Skulptur ist in den vergangenen Monaten in einer Atelierhalle im Norden Berlins entstanden, wo der Künstler einen Raum zur Verfügung gestellt bekam. Nach einer eher zufälligen Begegnung zu Beginn des Jahres und einem Gespräch über seine Arbeit entstand die Idee, die Skulptur im Berliner Dom zu zeigen.

Sie ist vom 25. Juli bis zum 12. August in der Tauf- und Traukirche des Berliner Domes zu besichtigen, Tickets können Sie hier im Rahmen eines Besichtigungstickets erwerben.
 

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