Bachausstellung - „Text: Luther & Musik: Bach“

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Bereits zum sechsten Mal zeigt das Bachhaus Eisenach auch in diesem Jahr eine kleine, aber feine Ausstellung im Kaiserflur des Berliner Domes: „Text: Luther & Musik: Bach“

Vom 9. März bis zum 23. April widmet sich die Ausstellung dem Lied-Dichter Martin Luther und der Rolle, die seine Lieder im Werk von Johann Sebastian Bach spielen. Luther war in Eisenach zur Schule gegangen und hatte hier seine erste musikalische Ausbildung erhalten – genau wie 200 Jahre nach ihm Bach. „Ich liebe die Musik“, sagte Luther, der selbst Laute spielte und kleine Motetten komponierte. Er machte die Musik zu einem Markenzeichen seiner Reformation: Er führte den Gemeindegesang im Gottesdienst ein, und beteiligte so erstmals die Gemeinde an dessen Gestaltung. Luther selbst steuerte hierzu 37 Kirchenlieder bei.

 

 

Ohne Luther kein Bach: 200 Jahre später hatte sich in den Gebieten der Reformation eine reiche Musiktradition entwickelt, mit Kantoren und Organisten, Chören und Musikern – und Musikunterricht bereits von Jugend an. Bach entstammte einer Familie von Musikern und wuchs mit Luthers Liedern auf. Wenigstens 30 von ihnen verwendete er später in seinen Werken: in Choralsätzen, Orgelvorspielen, groß angelegten Choral-Variationen und prächtigen Kantaten.

Die Ausstellung im Kaiserflur des Doms stellt acht Lieder Luthers in Verbindung mit Bachs Musik vor, darunter Psalmlieder („Ein feste Burg ist unser Gott“), Kinderlieder („Vom Himmel hoch, da komm ich her“), und Katechismuslieder („Aus tiefer Not schrei ich zu dir“). Zugeordnet ist jeweils ein Werk Bachs – und ein Gesangbuch, denn auch Gesangbücher sind eine Erfindung der Reformation. Die Ausstellung reicht vom Deutschen Messgesangbuch, das 1545 – noch zu Luthers Lebzeiten – sein Freund Johann Spangenberg herausgab, bis zum heutigen Evangelischen Gesangbuch und dessen Pendant, dem katholischen „Gotteslob“.

Eine besondere Rolle spielten sowohl bei Luther wie bei Bach die Katechismus-Lieder: Zu jedem seiner sechs Katechismus-Stücke schrieb Luther ein Lied, das das Lernen vereinfachen sollte. In Bachs Eisenacher Kindheit begann jeder seiner Schultage mit dem Singen eines dieser Lieder – daran erinnerte sich Bach vielleicht, als er zum Leipziger Reformationsjubiläum 1739 über genau diese sechs Lieder seine „Orgelmesse“ schuf. Sechs Künstler aus Ansbach, Detmold und Sydney (Australien) haben sich davon inspirieren lassen und schufen Multimedia-Installationen zu jedem Katechismus-Stück – Gesetz, Glaube, Gebet, Taufe, Beichte und Abendmahl –, welche die Ausstellung des Bachhauses im Berliner Dom begleiten.

 

Bild: Wikipedia