Shanti Leprahilfe dankt der Domgemeinde

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Anfang November hat Marianne Grosspietsch im Dom einen Vortrag über ihren Verein Shanti Leprahilfe gehalten, die die Domgemeinde seit Jahren unterstützt. Allen, die nicht dabei sein konnten, möchte sie hier den Verein noch einmal vorstellen:

In den Dörfern im Himalaya verursacht Lepra existentielle Angst. Zunächst verbergen die Betroffenen die ersten Anzeichen sorgfältig, die weißen Flecken und die Gefühllosigkeit der umgebenden Haut verursachen keine Schmerzen. Erst wenn sich die Finger und Zehen zu Krallen verkrümmen, wird die Krankheit im Dorf ruchbar und die Nachbarn vertreiben den Betroffenen mit Stockschlägen und Steinwürfen. In ihrer Not schlagen sich die meisten Betroffenen in die Hauptstadt Katmandu durch, zum größten Tempel nach Pashupatinath. Hier sitzen sie in langen Reihen und betteln um ihren Lebensunterhalt.

 

Foto: Sangita und ihre Leihoma Champa

 

2009 eröffnete die Shanti Leprahilfe ganz in der Nähe dieses Tempels ein eigenes Zentrum für Leprakranke, Menschen mit Kinderlähmung, Alte und Waisen. Damals spendierte Hape Kerkeling seinen Gewinn aus "Wer wird Millionär" und dafür kaufte unsere Partnerorganisation Shanti Sewa Griha ein sonniges Grundstück. Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit finanzierte die Klinik, die Reha-Werkstätten, den Kindergarten und die Armenküche. Die laufenden Kosten allerdings muss unser kleiner Verein Shanti Leprahilfe selbst aufbringen. Derzeit unterstützen wir fast 1000 Hilfsbedürftige mit Kleidung, Essen und versorgen sie medizinisch. Die Kosten dafür und für den Unterhalt des Hilfszentrums, wie z.B. Gehälter für das medizinische Personal, für die zehn Lehrerinnen unserer Armenschule, die Kleidung für fast 200 Kinder, die Collegegebühren für die Jugendlichen etc. belaufen sich auf fast 500.000,- Euro pro Jahr.

Sie können sich deshalb sicherlich unsere Dankbarkeit Ihnen allen, den Mitgliedern der Domgemeinde, gegenüber vorstellen, denn Sie haben uns von einer sehr großen Sorge entlastet. Mit Hilfe Ihrer Spenden haben wir vor ein paar Jahren eine Biobrikett Manufaktur gebaut. Blechdächer - zum Schutz der Arbeitenden -, Brikettpressen, Trockengestelle wurden durch Sie finanziert. Damit haben Sie 15 Arbeitsstellen für ehemalige Bettler geschaffen. Außerdem sparen wir so Energiekosten.

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Das Foto zeigt Prasad, er durch Lepra schwer gezeichnet ist und der in einer Kiepe Briketts in die Küche trägt. Prasad wartet in diesen Tagen auf eine große Herz OP. Eine Herzklappe muss ersetzt werden. Wir bangen sehr um ihn, denn seine Frau, Mutter von drei Mädchen, verstarb vor knapp zwei Jahren an Tuberkulose. Die Jüngste, Sangita, ist heute sechs Jahre alt. Sie ist kleinwüchsig, da die Mutter nach ihrer Geburt schon zu krank war, um den Säugling ausreichend zu ernähren.

Unser Leitmotiv bei Shanti ist, in Erinnerung an Matthäus. 25,40 für die Geringsten unserer Geschwister zu sorgen. Danke für all Ihre Hilfe auf diesem unserem Weg.

Eine gesegnete Weihnachtszeit und Gottes Beistand in 2015 wünscht Ihnen im Namen der ganzen Shanti-Familie. Herzlich, Ihre Marianne Grosspietsch

 

Homepage der Shanti Leptrahilfe