Zentrum für Taizé


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Mehrere hundert Männer und Frauen singen und beten gemeinsam, zünden ein Meer von Kerzen an – es ist Taizé-Andacht im Berliner Dom. „ In Deutschland kommen zu solchen Veranstaltungen oft nur ein paar Leute, bei uns sind es hunderte“, freut sich Domprediger Thomas C. Müller über den regen Zuspruch. Der Berliner Dom ist das Zentrum für Taizé in Deutschland.
Die erste Andacht hielt Domprediger a.D. Friedrich-Wilhelm Hünerbein im Sommer 2000: „Wir wollten einfach mal was neues anbieten“, so Hünerbein.  Am Anfang kamen 150 Leute, hauptsächlich Touristen, mittlerweile sind es jeden zweiten Donnerstag im Monat über 400 Besucher, viele davon aus Berlin.

 

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Taizé ist eine Bewegung aus Frankreich. Dort, im kleinen, gleichnamigen Dorf, zehn Kilometer nördlich von Cluny, residiert die Communauté de Taizé, ein internationaler ökumenischer Männerorden. Bekannt ist die Gemeinschaft vor allem durch die ökumenischen Jugendtreffen, zu denen jedes Jahr tausende Besucher vieler Nationalitäten und Konfessionen pilgern. Die Treffen finden an wechselnden Orten statt, zum Beispiel 2011 in Berlin. Die traditionelle Jahresabschlussandacht am 31. Dezember 2011 feierten die französischen Brüder im Berliner Dom. Während um Mitternacht draußen die Böller krachten, schwiegen hunderte Besucher drinnen in der Predigtkirche für viele Minuten.
Die Taizé Andachten im Berliner Dom orientieren sich stark an den Regeln der französischen Brüder, haben aber im Laufe der Jahre ein eigenes Profil erhalten. Anders als in Frankreich sitzen die Besucher nicht auf dem Boden, sondern in Bankreihen. Damit trotzdem etwas Bewegung entsteht, können alle nach vorne kommen und Kerzen anzünden. Am Ende ist die Predigtkirche von hunderten Lichtern erleuchtet. Viele Gebete werden im Berliner Dom nicht gesprochen, sondern ebenfalls gesungen. „Zu Beginn gibt es außerdem eine kurze Hinführung auf das Evangelium, das gelesen wird“, sagt Domprediger Müller, der seit zwei Jahren für die Taizé-Andachten verantwortlich ist. Auch richtet Müller sich mit dieser besonderen Form der Andacht nicht ausschließlich an junge Menschen (die Zielgruppe der französischen Brüder sind die Unter-30-Jährigen). Unter den vielen hundert Taizé-Besucher im Berliner Dom sind junge wie alte Menschen dabei.


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Dass alle Besucher bei den Gesängen mitkommen, dafür sorgt Kantor Peter-Michael Seifried. Niemand braucht eine besondere Stimme oder musikalische Vorbildung. Seit dem Beginn im Jahr 2000 unterstützt Seifried die Besucher mit seinem Klavierspiel, ebenso wie die Musiker an Geige, Klarinette, Bass und Flöte. Für alle, die sich abgesehen vom monatlichen Gottesdienst noch weiter mit den Liedern beschäftigen wollen, bietet Seifried einmal im Monat den Gesangs-Workshop ‚laudate omnes gentes‘ an.