Wiedermontage der Königskronen

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Erneut wird am Berliner Dom ein Teilabschnitt der laufenden Instandsetzungsarbeiten an Kuppel und Dach abgeschlossen: am kommenden Donnerstag, 26. Juni 2008, werden die beiden im vergangenen Herbst demontierten Königskronen wieder auf ihren Sockel über dem Hauptportal gesetzt.

Bei den Königskronen handelt es sich um Hohlformen aus getriebenem Kupferblech, die von einer Innenkonstruktion getragen werden (Höhe 1,85 m, Durchmesser ca. 1,60 m, Gewicht ca. 180 kg). Im Sommer 2006 wurde eine der zwischen den Kronenbügeln angebrachten Applikationen – es handelt sich um Darstellungen der an der preußischen Königskrone eingelassenen Birnperlen – auf dem Dach vorgefunden. Kletterer untersuchten daraufhin die Kronen, stellten starke Korrosionsschäden an der Innenkonstruktion fest und bargen sicherheits¬halber sämtliche Birnperlen. Im Oktober 2007 wurden die Kronen zusammen mit den Turmkugeln demontiert. Im Winter wurden die Kronen in der Werkstatt der Fa. Helmich aus Berlin-Adlershof in ihre Einzelteile zerlegt und der eingefüllte Zement entfernt. Die verrosteten Eisenprofile wurden durch eine Konstruktion aus Edelstahl ersetzt. Anschließend wurden die Königskronen wieder zusammengesetzt. Dabei wurden auch mangelhafte Ausbesserungen aus der Wiederaufbauzeit entfernt und in traditionell handwerklicher Weise geschlossen.

Die beiden Kronen sind Bestandteil eines am Dom verwirklichten Bildprogramms, welches den Wunsch nach Einigung des in Konfessionen und Landeskirchen aufgespalteten Protestantismus unter dem Primat des preußischen Königs ausdrückt. Aus diesem Grund ließ Wilhelm II. auch – anders als etwa beim Reichstag – keine Kaiserkronen verwenden. Denn als preußischer König hatte er zugleich die Stellung eines Kirchenoberhauptes inne.