Pressemitteilungen

60. Jahrestag der UN-Völkermordskonvention - Gedenkstunde im Berliner Dom

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Gedenkstunde anlässlich des
60. JAHRESTAGES der UN-VÖLKERMORDKONVENTION
am Dienstag, 09. Dezember 2008, ab 11:00 Uhr im Berliner Dom
 

Den 60. Jahrestag der Verabschiedung der UN-Konvention zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes möchten wir zum Anlass nehmen, um in einer zentralen Veranstaltung der Genozidopfer der vergangenen sechs Jahrzehnte zu gedenken. Denn obwohl diese Konvention Völkermord hätte verhindern sollen, ist die Kette dieser furchtbaren Verbrechen bis heute nicht abgerissen.
In Afrika, Asien, Europa, Südamerika und im Nahen Osten hat es seit 1948 Genozide gegeben, ohne dass die internationale Gemeinschaft den Opfern rechtzeitig zu Hilfe gekommen ist.

In der Hauptstadt Deutschlands, das wie wohl kein anderes Land weltweit im 20. Jahrhundert vom Trauma des Völkermordes überschattet wurde, wollen wir uns gemeinsam mit der Domgemeinde und allen Interessierten an das Versprechen „Niemals wieder!“ erinnern, das die Staatengemeinschaft sich nach dem 2. Weltkrieg gegeben – und bis heute nicht eingehalten hat. Zeitzeugen aus Biafra, Tschetschenien, Bosnien, Guatemala, Ruanda und Irakisch-Kurdistan werden von ihren schweren Schicksalen berichten. 

Neben Wortbeiträgen des „Simon Wiesenthal Centrum“ Paris, des Auslandsbischofs der Evangelischen Kirche Deutschland Martin Schindehütte, des Gründers und Generalsekretärs der Gesellschaft für bedrohte Völker Tilman Zülch, des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Günter Nooke, der Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann und des Sprechers der „International Association of Genocide Scholars“ Prof. Gregory H. Stanton möchten wir durch Prof.  Dr. Claudia Kraft (Geschichtswissenschaftlerin) den Initiator der UN-Völkermordkonvention Raphael Lemkin würdigen.

Berliner Jugendliche werden dazu Passagen der Völkermordkonvention verlesen.

Außerdem werden wir im Rahmen der Gedenkstunde die im Sudan behandelnde Ärztin und Buchautorin Dr. Halima Bashir und den Träger des Alternativen Friedensnobelpreises Jovan Divijak mit dem Victor-Gollancz-Preis der GfbV ehren.

Begleitet wird die Veranstaltung durch jüdische Musik von Klezmer Chidesch sowie durch kurdische Musik von Sivan Perwer und Khaled Rashid.

EINTRITT: Frei

Für Fragen wenden Sie sich gern an das GfbV-Aktionsreferat
Torsten Flader, Tel. 0551 499 06-22 oder Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können

 

 

Am 19.8.2008 erhält der Berliner Dom sein Kuppelkreuz zurück

neues_kuppelkreuz2.jpgIn einigen Tagen ist es soweit: am Dienstag, dem 19.8.2008, wird das goldene Kuppelkreuz samt Laternenbekrönung wieder auf die Kuppel des Berliner Doms gehoben. In der vergangenen Woche wurden die letzten Bauteile an der Laternenbekrönung montiert. Alle wichtigen Schweißverbindungen wurden untersucht, das Kreuz mit einem Kran angehoben, um Formstabilität und Gewicht (ca. 12 t) zu prüfen – alles ist in Ordnung. Nun fehlen nur noch wenige Verkleidungsbleche und etwas Blattgold. An der eingerüsteten Laterne über der Kuppel wurde das Plexiglasdach entfernt und die Träger für das Kreuz entrostet und instandgesetzt. Auch hier fehlen nur noch wenige Ausbesserungsarbeiten. Auf dem Bauhof wartet bereits die Konstruktion für ein neues Glasdach, welches unmittelbar vor der Montage des Kreuzes mit dem Autokran aufgesetzt werden soll.

 

Das Kuppelkreuz musste am 6. Dezember 2006 von der Kuppel gehoben werden. Unter dem vergoldeten Kupferblech war es so von Rost zerfressen, dass es nicht mehr restauriert werden konnte. Seit dem Frühjahr wird daher auf dem Bauhof an der Nordseite des Berliner Doms ein neues Kreuz errichtet. Äußerlich entspricht es dem alten, unter der Oberfläche wurden jedoch wesentliche Änderungen vorgenommen, um eine dauerhafte Konstruktion zu schaffen. So besteht die tragende Konstruktion aus besonders hochwertigem Edelstahl. Die Blechverkleidung wurde in bewährter Dachdeckertechnik aufgebracht, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

 

neues_kuppelkreuz.jpgMit der Montage des Kuppelkreuzes erhält Berlin eines seiner unverwechselbaren Wahrzeichen zurück.
Mit seiner neuen Vergoldung wird es weithin sichtbar die historische Mitte Berlins kennzeichnen, die in den kommenden Jahren zu neuem Leben erweckt werden soll.
Die Stadtsilhouette wird somit um eines ihrer markantesten Kennzeichen ergänzt. Für die Christinnen und Christen in unserer Hauptstadt ist das wieder aufgerichtete Kreuz auch ein Zeichen dafür, dass ihr Glaube an den gekreuzigten und wieder auferstandenen Christus in dieser Stadt sichtbare und lebendige Orte hat. Orte, die aus der Vergangenheit kommen aber weit hinaus weisen in die Zukunft. Unter dem Kreuz wird für diese Stadt gebetet und gearbeitet. Unter diesem Kreuz setzen sich Menschen dafür ein, dass Barmherzigkeit, Mitgefühl und Toleranz Wohnrecht haben in der Mitte der Stadt. Das goldene Kreuz auf der Domkuppel Berlins ist ein Versprechen für die Stadt!


Terminplan:

Montag, 18.8.2008
7:00 Uhr  Anfahrt 500 t-Autokran
bis 16:00 Uhr  Aufbau des Autokranes mit einem 50 t-Rüstkran sowie
Endmontage der Glashaube auf dem Bauhof durch die Metallbaufirma
Restarbeiten an der Laternenbekrönung mit dem Hubsteiger
ab 16:00 Uhr  Abheben der alten Plexiglashaube von der Laterne
Anheben der neuen Glashaube auf die Laternenbekrönung
anschließend Montage der Glashaube
dto. Umsetzen der neuen Laternenbekrönung zum Hubstandort
Anbringen der Montageöse am Kreuz

 

Dienstag, 19.8.2008
ab 7:00 Uhr  Andacht vor dem Kreuz (Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann)
Vorbereitung des Autokranes
Anheben der Laternenbekrönung und Aufsetzen auf der Laterne
Schweißarbeiten zum Fixieren der Laternenbekrönung auf der Unterkonstruktion
Aushängen des Kranhakens und Abnehmen der Montageöse durch Kletterer
Endgültiges Festschweißen der Laternenbekrönung auf dem Dach.

 

Bitte beachten!
Die Montagearbeiten mit dem Autokran bedürfen besonderer Sicherheitsvorkehrungen. Geringe Windgeschwindigkeiten auf dem Gelände können in fast 100 m Höhe zu problematischen Böen führen, bei denen die Monteure gefährdet würden. Die Arbeiten müssten dann unterbrochen werden. Alle Zeitangaben sind daher unter dem Vorbehalt zu sehen, dass geeignete Witterungsverhältnisse herrschen.

 

Finanzierung
Die Instandsetzungsmaßnahmen an Kuppel und Dach werden ermöglicht durch Zuwendungen folgender Einrichtungen:
Städtebaulicher Denkmalschutz (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Landesamt für Denkmalpflege)
Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien
Cornelsen Kulturstiftung Berlin

Der verwendete Edelstahl wurde gespendet von Thyssen Krupp Nirosta.


Zahlen und Fakten:
Höhe der Gesamtkonstruktion    14,92 m
maximaler Durchmesser    5,6 m
Blattgold Gesamtgewicht    ca. 1,5 kg
Kupferblech Gesamtgewicht   2400 kg
Gewicht der Gesamtkonstruktion   12 t
Kosten der Gesamtmaßnahme   1,42 Millionen €
Kosten Kreuz     700.000 €

 

Wiedermontage der Königskronen

Erneut wird am Berliner Dom ein Teilabschnitt der laufenden Instandsetzungsarbeiten an Kuppel und Dach abgeschlossen: am kommenden Donnerstag, 26. Juni 2008, werden die beiden im vergangenen Herbst demontierten Königskronen wieder auf ihren Sockel über dem Hauptportal gesetzt.

Bei den Königskronen handelt es sich um Hohlformen aus getriebenem Kupferblech, die von einer Innenkonstruktion getragen werden (Höhe 1,85 m, Durchmesser ca. 1,60 m, Gewicht ca. 180 kg). Im Sommer 2006 wurde eine der zwischen den Kronenbügeln angebrachten Applikationen – es handelt sich um Darstellungen der an der preußischen Königskrone eingelassenen Birnperlen – auf dem Dach vorgefunden. Kletterer untersuchten daraufhin die Kronen, stellten starke Korrosionsschäden an der Innenkonstruktion fest und bargen sicherheits¬halber sämtliche Birnperlen. Im Oktober 2007 wurden die Kronen zusammen mit den Turmkugeln demontiert. Im Winter wurden die Kronen in der Werkstatt der Fa. Helmich aus Berlin-Adlershof in ihre Einzelteile zerlegt und der eingefüllte Zement entfernt. Die verrosteten Eisenprofile wurden durch eine Konstruktion aus Edelstahl ersetzt. Anschließend wurden die Königskronen wieder zusammengesetzt. Dabei wurden auch mangelhafte Ausbesserungen aus der Wiederaufbauzeit entfernt und in traditionell handwerklicher Weise geschlossen.

Die beiden Kronen sind Bestandteil eines am Dom verwirklichten Bildprogramms, welches den Wunsch nach Einigung des in Konfessionen und Landeskirchen aufgespalteten Protestantismus unter dem Primat des preußischen Königs ausdrückt. Aus diesem Grund ließ Wilhelm II. auch – anders als etwa beim Reichstag – keine Kaiserkronen verwenden. Denn als preußischer König hatte er zugleich die Stellung eines Kirchenoberhauptes inne.

 
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