Aktuelles / Presse-Mitteilungen

Ben Becker – Ich, Judas - „einer unter euch wird mich verraten!“

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Schauspieler Ben Becker, Dramaturg John von Düffel und Domorganist Andreas Sieling bringen erstmals im Berliner Dom gemeinsam ein Stück auf die Bühne:  Ich, Judas -  "einer unter euch wird mich verraten".

Sein Name steht für Verrat. Seine Geschichte ist eine der Schuld ohne Vergebung. Er ist der einzige Feind, für den es keine Liebe gibt, der Meistgehasste, Meistverfolgte und Verteufelte: Judas, der Jünger Jesu, der Gottes Sohn mit seinem Kuss verrät und ans Kreuz liefert. Ben Becker übernimmt seine Rolle. Er begibt sich in den Bannstrahl eines zweitausend Jahre alten Fluchs und verteidigt Judas mit einem Text von Walter Jens, nach dem nichts mehr ist, wie es schien.

Der Fall Judas muss neu aufgerollt werden. Eine Geschichte wurde überliefert, ein Urteil gefällt, ein Sündenbock gebrandmarkt für die Ewigkeit. Doch die Geschichte stimmt so nicht, das Urteil ist falsch. „Was war denn zu verraten“, fragt Judas in seiner Verteidigungsrede, „ Jesus‘ Aufenthaltsort? Den kannten Tausende. Sein großes Geheimnis, dass er Gottes Sohn sei? Das hat er selbst gesagt, vor allen Leuten!“ Und das ist nur der Anfang von vielen Unstimmigkeiten einer Geschichte, die mehr geglaubt als befragt wurde.

Das Bild von Judas, dem Verräter, ist ein Vorurteil mit den fatalsten Folgen: Antisemitismus, Judenverfolgung, Glaubenskriege. Ben Becker erhebt seine Stimme für einen, der auserwählt war, den Anti-Christen zu spielen, um Jesus zum Messias zu machen. „Judas ist nichts ohne Jesus … Aber Jesus ist auch nichts ohne Judas“, so die radikale Erkenntnis von Walter Jens, der in seinem Judas-Monolog die moralischen Gewissheiten jahrtausenderlanger Frömmigkeit erschüttert. Eine gigantische Aufgabe für einen Schauspieler: Hier steht einer auf gegen alle in einem verzweifelten Kampf um späte Gerechtigkeit. „Ich, Judas“ ist das existentielle Plädoyer für einen Verdammten, die Korrektur des größten Fehlurteils der Glaubensgeschichte und der Widerruf eines Irrtums, der die Welt gespalten hat.

Ben Becker sucht mit seiner Interpretation des Judas nicht nur den Widerstand der Feindbilder, Vorverurteilungen und falschen Gewissheiten. Er spielt Judas genau dort, wo die Fragen des Glaubens und Zweifels, der Erlösung und Verdammnis ihren Ort haben, in Gottes Haus, dem Berliner Dom, der größten Kirche inmitten der Hauptstadt. Dabei ist nicht nur der Schauplatz spektakulär, sondern auch die Musik und sakrale Wucht der historischen Sauer-Orgel, gespielt von Domorganist Andreas Sieling, der Ben Beckers Judas-Verteidigung vollends zum Ereignis werden lässt.

Regie/Inszenierung: Ben Becker
Dramaturgie: John von Düffel
Solist an der großen Sauerorgel: Domorganist Andreas Sieling
Eine Koproduktion von Ben Becker & Meistersinger mit dem Berliner Dom

Termine:

18./19./22. November 2015 jeweils 20 Uhr

Karten zwischen 12,- und 49,-€  können ohne zusätzliche VVK-Gebühr telefonisch über das Kartentelefon des Berliner Domes (030 20269-136) bestellt werden, sowie mit VVK-Gebühr an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Vorab erscheint am 11.08.2015  das Hörbuch „Die Verteidigungsrede des Judas Ischariot“, gelesen von Ben Becker im Herder Verlag. (ISBN-10: 3451350963, ISBN-13: 978-3451350962).

 

Foto: Fritz Brinckmann

 

Ehrung für Domorganist Bernhard Irrgang

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Im August wird auf dem Domfriedhof Liesenstraße 6 ein ehemaliger Domorganist auf besondere Weise geehrt: Bernhard Irrgang.

Der 1869 geborene Kirchenmusiker hatte zunächst am Institut für Kirchenmusik in Berlin bei Carl August Haupt und Martin Blumner studiert. Nach Tätigkeiten an der Heilig-Kreuz-Kirche Berlin sowie der Berliner Marienkirche berief ihn 1910 das Domkirchenkollegium zum Domorganisten; eine Stelle, auf die sich Irrgang bereits 1899 –  damals noch erfolglos – beworben hatte. Immerhin war er bereits ab 1897 Organist des Berliner Philharmonischen Orchesters. Dennoch ist er einer der wenigen Musikerpersönlichkeiten über die in einschlägigen Lexika nichts zu erfahren ist. Sein kompositorisches Oeuvre ist außerordentlich schmal und besteht lediglich aus einigen Liedern. Diese hat Domorganist Andreas Sieling in der Berliner Staatsbibliothek entdeckt und wird sie gemeinsam mit der Sopranistin Christina Elbe anlässlich dieser Veranstaltung erstmals aufführen.

Bernhard Irrgang, mittlerweile  mit dem Titel „Königlicher Musikdirektor“ ausgezeichnet und als Professor für Orgelspiel an der Akademischen Hochschule für Musik in Charlottenburg tätig, übte sein Amt am Berliner Dom bis zu seinem Tod am 8. April 1916 aus. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof der Domgemeinde in der Liesenstraße.

Am 22. August, um 17.00 Uhr soll die restaurierte Grabanlage in einer Feierstunde der Öffentlichkeit übergeben werden.

 

Lange Nacht der Religionen und Museen

dom_nachts_-_anabel_lessacher.jpgDie berlinweite ausgerichtete Lange Nacht der Religionen wird in diesem Jahr unter dem Motto stehen: Orte des Gebetes und der Besinnung kennenlernen.


Auch der Berliner Dom wird diese Gelegenheit nutzen, um seine Tore für alle Interessierte zu öffnen. Beginnend mit der Vesper um 18 Uhr finden zudem zu  jeder vollen Stunde jeweils 30 Minuten Lesungen mit meditativen Texten aus unsere christlichen Tradition statt, im Wechsel mit Orgelmusik gespielt von Domkantor Tobias Brommann.


Da in diesem Jahr gleichzeitig auch die Lange Nacht der Museen auf den gleichen Tag  - bzw. die gleiche Nacht fällt, dürfen sich diejenigen, die nach der Langen Nacht der Religionen noch nicht müde sind, um 24 Uhr auf ein Orgelkonzert von Tobias Brommann freuen, das er unter die Überschrift ‚Toccata‘ stellen wird. Der Dom bleibt bis 2 Uhr morgens geöffnet. Einlassschluss ist um 1.15 Uhr. 

 

Foto: Anabel Lessacher

 

Der Dresdner Kreuzchor eröffnet die Sommerklänge! 2015

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Bei Berlinern und Besuchern aus aller Welt ist der Berliner Dom als Konzertort gleichermaßen beliebt. Auch 2015 werden hier im Juli und August wieder Sommerklänge! zu hören sein. Zwischen dem 11.7. und dem 22.8.2015 präsentieren jeweils Samstag um 20.00 Uhr international anerkannte Musiker und Ensembles geistliche und weltliche Werke in der einzigartigen Kulisse des Domes.

Dresdner Kreuzchor - Chöre und Motetten


Der Dresdner Kreuzchor ist einer der ältesten und berühmtesten Knabenchöre der Welt. Auch nach fast 800 Jahren besteht seine wichtigste Aufgabe darin, die Vespern und Gottesdienste in der Kreuzkirche musikalisch zu gestalten. Der Dresdner Kreuzchor prägt damit als älteste städtische Kulturinstitution das musikalische Leben Dresdens in besonderer Weise, zählt er doch zu den künstlerisch höchst anerkannten Ensembles seiner Art. Den exzellenten Ruf der Kulturmetropole verbreitet er als einer ihrer profiliertesten Botschafter in alle Welt. Mehrmals im Jahr begibt er sich auf nationale und internationale Konzerttourneen. In mehr als 80 Jahren sind über 800 Tonaufnahmen entstanden. Werke u.a. von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Anton Bruckner und Johannes Brahms stehen am Samstag, den 11. Juli um 20 Uhr auf dem Programm des Ensembles.

Samstag, 11. Juli, 20 Uhr

Kreuzkantor Roderich Kreile, Leitung
Domorganist Andreas Sieling, Orgel

 

Foto: Mathias Krüger

 

lars_ranch_c_agentur.jpgSommerlicher Glanz - Konzert für Trompete, Orgel und Sopran

Lars Ranch wurde in Kopenhagen geboren und begann frühzeitig mit dem Trompetenunterricht bei seinem Vater Finn Ranch. Ausgebildet von Ole Andersen und Kurt Pedersen in Kopenhagen sowie Pierre Thibaud in Paris, wurde Lars Ranch mit mehreren Wettbewerbspreisen ausgezeichnet und trat sein erstes Engagement im L'Orchestre des Prix in Paris an. Seit 1994 ist Lars Ranch Solotrompeter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin (RSB). 2005 wurde er als Dozent an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen.

Andrea Chudak studierte an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin und wirkte seitdem an zahlreichen Szenenabenden sowie Opernaufführungen mit. Sie erhielt mehrfach Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Bei Konzertverpflichtungen im In- und Ausland arbeitete sie unter anderem mit den Berliner Symphonikern unter Gert Sell und der Philharmonie der Nationen unter Justus Frantz zusammen.

Samstag, 18.07.2015, 20.00 Uhr

Lars Ranch, Trompete
Andrea Chudak, Sopran
Andreas Sieling, Orgel 


3_chordae_felicae1anne_hornemann_photographie.jpgNightsongs Vokalensemble Chordae Felicae


Das junge Leipziger Vokalensemble Chordae Felicae wurde 2009 gegründet. Der musikalische Schwerpunkt des Ensembles liegt auf klassischer und moderner A-cappella-Literatur. Darüber hinaus hat sich Chordae Felicae vor allem mit außergewöhnlichen Kunstprojekten einen Namen gemacht. So entstand mit dem Schauspieler und Liedermacher Heinz-Martin Benecke ein Liebesliederprogramm. Mit der Leipziger Organistin Christiane Bräutigam produzierte das Ensemble eine CD mit Vokal- und Orgelwerken. Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme am Sächsischen Chorwettbewerb 2013 in Bad Elster, wo das Ensemble als Zweitplatzierter abschloss und das Preisträgerkonzert eröffnen durfte.

Samstag, 25.07.2015, 20.00 Uhr

 

Foto: Anne Hornemann

 

 

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Coming out, Christ in Uniform, Schicksalsort Bernauer Straße

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Ab Oktober startet der Berliner Dom eine neue Veranstaltungsreihe „Zeitgeschichte persönlich erlebt – Mitglieder der Domgemeinde im Gespräch“ - bei der Menschen aus unserer Domgemeinde von ihren Erfahrungen berichten.

Das Thema des ersten Abends am Mittwoch, den 21. Oktober, mit Gemeindemitglied Christian Pulz lautet: 'Coming out im Vakuum  - Selbstbestimmtes Leben Homosexueller in der DDR im Widerstreit mit der Diktatur'. Christian Pulz (Jg.1944) gründete 1983 unter dem Dach der Evangelischen Kirche in der DDR die Gruppe „Schwule in der Kirche – Arbeitskreis Homosexuelle Selbsthilfe Berlin“. Dieser emanzipatorische Arbeitskreis wurde als „staatsfeindlich“ eingestuft und, mit dem Ziel ihn zu „zersetzen“, intensiv überwacht und bespitzelt. Die umfangreiche Stasi-Akte „OV Orion“ zu Christian Pulz und dem Arbeitskreis liegt mittlerweile größtenteils wieder rekonstruiert vor. Wie wurde die „Privatsache“ Homosexualität zu einem Politikum und damit Gegenstand der Gesellschaftskritik in der DDR? Der erste Abend der neuen Reihe „Zeitgeschichte persönlich erlebt“, ermöglicht einen Einblick in diese Frage, Nach dem konsequenten und offenen Ehe-Votum der Iren, will der Abend zugleich ein Beitrag sein, zur aktuellen Diskussion um die Stellung von Homosexuellen in Gesellschaft und Kirche.
Mittwoch 21.Oktober 2015, 19:30

 

Foto: Versöhnungskirche Bernauer Straße, Wikipedia

 

 

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10. Internationaler Orgelsommer

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Der Internationale Orgelsommer an der berühmten Sauer-Orgel im Berliner Dom feiert Geburtstag! Zehn Jahre jung ist unser Festival mit den Stars der Orgelszene, die in den Monaten Juli und August jeweils freitags um 20 Uhr das kostbare, weltweit einmalige spätromantische Instrument zum Klingen bringen.

Anlässlich des Jubiläums ist die Reihe besonders hochkarätig besetzt. Als Gäste werden u.a. Stephen Tharp aus New York, David Briggs aus Toronto, Sophie-Véronique Cauchefer-Choplin aus Paris, Jan Lehtola aus Helsinki usw. erwartet. Schon diese Namen machen Lust auf die Orgelsommerkonzerte, die in stimmungsvoller Atmosphäre unter der eindrucksvollen Domkuppel stattfinden.

jan_llehtola_uxembourg.jpgDas Eröffnungskonzert des Domorganisten Andreas Sieling am 3. Juli ist nicht nur die „Ouvertüre!“ des diesjährigen Jubiläumsorgelsommers sondern es erklingen innerhalb dieses Konzertes auch zwei Ouvertüren von Felix Mendelssohn Bartholdy in historischen Orgeltranskriptionen. Sämtliche Werke des Programms sind eigentlich Orchesterwerke, die auf die Orgel übertragen wurden. Ein Concerto von Vivaldi in der Bearbeitung von Bach erwartet den Hörer ebenso wie das Allegretto aus der 7. Symphonie von Beethoven.

Am 10. Juli spielt Sophie-Véronique Cauchefer-Choplin symphonische Werke aus Paris, unter anderem Werke von Duruflé und Vierne. „From Finland with love!“ präsentiert Jan Lehola am 17. Juli unbekannte Musik aus Finnland, aber auch die Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll von Bach in einer Orgelfassung von Max Reger. Der Magdeburger Domorganist Barry Jordan stellt „Helden aus der zweiten Reihe!“ vor (24. Juli). Damit sind großartige, aber unbekannte Komponisten gemeint, die sonst nicht so leicht wahrgenommen werden. Nowowiejski widmete seine 9. Sinfonie Ludwig van Beethoven. Aus dieser Sinfonie werden drei Sätze aufgeführt. Die kraftvolle aber auch lyrische achte Sonate von Rheinberger steht ebenso auf dem Programm wie die selten gespielte Orgelsonate in a-Moll von  William Harris.

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Einladung zum Pressegespräch mit Frère Alois, Prior der Communauté de Taizé

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Zehntausende Jugendliche treffen sich jede Woche in dem kleinen französischen Dorf Taizé in Südburgund. Anlässlich des 100. Geburtstags von Frère Rogers, dem Begründer der Communauté de Taizé, feiert der jetzige Leiter, Frère Alois am 8. Juni die ‚Nacht der Lichter‘ im Berliner Dom.

Am Vormittag möchten wir Sie hiermit zu einem Pressegespräch herzlich einladen, in dem Frère Alois darüber informieren wird, wie die Communauté das Gedenk- und Jubiläumsjahr 2015 gestaltet, wie sich die Communauté seit dem Tod ihres Gründers vor zehn Jahren entwickelt hat, wie die Jugendtreffen in Taizé weitergehen, und welche Treffen in Europa und anderen Kontinenten in der nächsten Zeit anstehen. Darüber hinaus wird Frère Alois für Fragen zur Verfügung stehen.

Einmal im Monat feiert die Domgemeinde eine Taizé-Andacht, zu der regelmäßig mehrere hundert Menschen kommen. Auch bei der ‚Die Nacht der Lichter‘ am 8. Juni werden Frère Alois und weitere Brüder die Gläubigen mit den typischen Gesängen aus Taizé begrüßen. Die Nacht der Lichter beginnt um 21.00 Uhr im Berliner Dom, Einsingen ist ab 20.40 Uhr.

Pressegespräch:   
Montag 8. Juni 2015 um 10.00 Uhr
Sophie Charlotte Saal, Berliner Dom
Eingang Portal 2,

Anmeldeschluss: 4. Juni

              
Nacht der Lichter:   
"Zum 100. Geburtstag von Frère Roger:
Abendgebet mit Frère Alois und Brüdern aus Taizé
Montag 8. Juni, 21.00 Uhr, Einsingen ab 20.40 Uhr

 

Feuerwehreinsatz im Berliner Dom

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Am Abend des 9. Mai kam es während eines Konzertes der Jazzsängerin Jocelyn B. Smith im Berliner Dom zu einem Großeinsatz der Berliner Feuerwehr. Etwa eine dreiviertel Stunde nach Konzertbeginn, gegen 20.45 Uhr, bemerkte eine Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals einen auffallenden Brandgeruch im Turm D des Gebäudes (Spreeseite, Norden). Das Haus war zu diesem Zeitpunkt mit cirka 1400 Menschen besetzt, da das Konzert ausverkauft war.

Die Sicherheitskraft verständigte daraufhin sofort die Feuerwehr und die zuständige stellvertretende Geschäftsführerin Gudrun Heinsius, die an diesem Abend Leiterin vom Dienst war. Sie unterbrach die Veranstaltung sofort und ließ den Dom räumen. Alle Gäste folgten sogleich ruhig und besonnen ihrer Aufforderung, das Haus zu verlassen. Binnen weniger Minuten war der Dom leer, sämtliche Konzertbesucher warteten im Lustgarten.

Die schnell mit 100 Leuten eintreffende Feuerwehr stellte im Turm D eine leichte Rauchentwicklung und einen starken Geruch nach Verschmortem fest. Männer in Gasmasken untersuchten daraufhin vor allem den Fahrstuhl des Gebäudeteiles gründlich, von dem der Geruch auszugehen schien. Nach ungefähr einer Stunde wurde die Ursache gefunden – im Motor des Fahrstuhls hatte es einen Kurzschluss gegeben. Eine Gefahr für Dom und Besucher bestand zu keinem Zeitpunkt.

Da alle Konzertgäste noch immer in der lauen Nacht im Lustgarten ausharrten, konnte das Konzert nach einer Stunde fortgesetzt werden. Der Applaus für Musiker und Jazzgröße Jocelyn B Smith war überwältigend, als sie gegen 22 Uhr wieder die Bühne betraten. Gerührt meinte Jocelyn zu ihrem Publikum: „das ist Berlin, deshalb habe ich mich vor 30 Jahren für Berlin entschieden“. Fast alle 1400 Plätze waren wieder besetzt, kaum einer während der langen Warterei im Lustgarten nach Hause gegangen. Am Ende, gegen Mitternacht gab es dann noch eine Novum für den Berliner Dom: Junge, Alte, Männer, Frauen riss es bei den letzten Songs des Konzerts von den Kirchenbänken, alle tanzten und sangen laut mit.

 

Foto: Schroeder

 

Jazzgröße Jocelyn B. Smith

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Jocelyn Bernadette Smith ist eine US-amerikanische Jazz-Sängerin, die Berlin bereits 1984 zu ihrer Wahlheimat erklärte. Im Berliner Dom gab die Musikerin mit der wunderbar tiefgründigen Soul-Stimme ihr Debüt anlässlich eines Trauergottesdienstes für Nelson Mandela 2013. Jetzt ist sie im Rahmen ihrer Jubiläumstour erstmals mit einem abendfüllenden Programm in der Kirche zu hören.

Es treten 100 Stimmen aus mehreren Chören auf und spiegeln die wunderbare Vielfältigkeit Berlins wider. Denn diese Chöre könnten unterschiedlicher nicht sein: der „Männer Minne“-Chor des Lesben- und Schwulenverbands, der „Zeitzeugenchor“, die „Different Voices of Berlin“, Studenten der Hochschule der populären Künste, der „Berliner Hockey“-Chor, die Eltern und Pfleger der Sonnenhof-Hospizkinder und der „I Am Jonny Kids“-Chor – geballte Gospelpower aus allen Ecken Berlins.

Samstag, 9. Mai, 20 Uhr, Karten 25,-€/ermäßigt 15,-€

 

Messias auf Hebräisch

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Das wohl bekannteste Stück aus Händels Messias ist das Hallelujah. Sobald dieses erklingt, singt innerlich mindestens die Hälfte des Publikums mit. Bei dieser Aufführung im Berliner Dom wird das allerdings nicht so leicht möglich sein, denn das Ensemble Laudamus Te lässt den Messias in hebräischer Sprache erklingen.

Die Texte des Oratoriums stammen zu zwei Dritteln aus dem Alten Testament, waren ursprünglich in eben dieser Sprache geschrieben. Nicht nur für die Konzertbesucher, sondern auch für die Solisten, die zum Teil aus Israel stammen, wird die Aufführung im Berliner Dom etwas ganz besonderes. Sie freuen sich darauf, ausgerechnet in Deutschland ein Konzert in der Sprache ihres Heimatlandes zu geben, in Hebräisch.

Freitag, 15. Mai, 20 Uhr Karten: 6,- bis 28,- €

 

Über das Aufscheinen von Hass, Ressentiment und Mitleid

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Anlässlich der Ausstellung "Du sollst Dir (k)ein Bild machen" veranstaltet die Katholische Akademie in Berlin e.V. einen Gesprächsabend im Berliner Dom.

Ausstellungs-Kurator Alexander Ochs und der katholische Theologe und Bildwissenschaftler Prof. Dr. Reinhard Hoeps sprechen am 21. Mai über das Bilderverbot und die Lust der Kirche auf Bilder. Das Bilderverbot des Dekalogs eröffnet die jüdisch-christliche Konfliktgeschichte um das Bild. Wieviel Hass auf den Menschen entsteigt einem Bilderverbot, das eigentlich die Gottesverehrung sichern soll? Welche Bilder können Ressentiments mindern und Mitleid mehren? Was bedeutet dies für das Verhältnis von Kultbild und Kunstbild hier und heute im Berliner Dom 2015?

Moderation: Joachim Hake, Direktor,  Katholische Akademie in Berlin
Begrüßung durch Dr. h.c. Volker Faigle, Vorsitzender des Domkirchen-Kollegiums

Donnerstag, 21.05.2015, 19 Uhr Einlass in die Ausstellung in die Tauf-und Traukirche, 19:30 Uhr Gespräch im Sophie-Charlotte-Saal


Foto: Herman III Saftleven , Ausblick auf ein Flusstal (Rheinfantasie), 1665,

 

Ihr Himmel jubiliert von oben!

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Wegen des großen Andrangs in den letzten Jahren veranstalten Berliner Dom und Sankt Marien bereits zum vierten Mal an Christi Himmelfahrt einen gemeinsamen Wandelgottesdienst mit Prozession.


Am Donnerstag, den 14. Mai, beginnt der Gottesdienst um zehn Uhr im Berliner Dom. Dabei singt der Staats- und Domchor Werke von Johann Sebastian Bach und Johann Kuhnau. Begleitet wird das Ensemble von der Lautten-Comagney. Anschließend zieht die gesamte Gemeinde, samt Predigern, Sängern und Musikern, einige davon auf Kutschen, singend und musizierend 600 Meter weiter in die Marienkirche.

 

Foto: Maren Glockner

 
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