
Orgelkonzert zum Karfreitag
Domprediger Friedrich-Wilhelm Hünerbein, Sprecher
Domorganist Andreas Sieling, Orgel
Im Brüsseler Konservatorium fand in der Fastenzeit 1931 eine Lesung des « Kreuzwegs » von Paul Claudel statt. Dazu improvisierte der Organist der Pariser Kirche St. Sulpice, Marcel Dupré (1886 – 1971), eine musikalische Ausdeutung jeder der 14 Kreuzwegstationen.
Die kraftvolle, den Text reich bebildernde Musik gefiel so gut, dass sich Dupré enschloss, die Improvisationen nachträglich aus dem Gedächtnis aufzuschreiben. Ein Jahr später wurde der Kreuzweg in Paris uraufgeführt.
Hier ein Beispiel für die Programmatik der Musik: „Jesus wird zum Tode verurteilt" - man hört das Grummeln der Menge, hört die Staccato-Rufe „Barrabam", hört die Schreie „A mort!", vernimmt, wie der Tumult abebbt, die Aufgestachelten nach vollendetem Auftrag abziehen.
Hinter dem Kreuz steht die Auferstehung: „Jesus stirbt am Kreuz" - über eine Art Clusteraufbau spielt eine Solo-Zungenstimme eine einfache und langsame Melodie, die Einsamkeit des Sterbens zwischen Himmel und Erde wird abgelöst vom hochexpressiven Tutti während des Erdbebens, und die folgende Stille ist um so wirkungsvoller. „Jesus wird ins Grab gelegt - auch hier beinahe Stille, aber die Flötenmelodie verweist auf Kommendes, auf Sieghaftes, eben auf den Ostermorgen.
Texte von Paul Claudel; vorgetragen von Domprediger Friedrich-Wilhelm Hünerbein
Domorganist Andreas Sieling
10,-/ erm. 6,- €
Kartenverkauf
Konzertkasse im Dom, Portal 3
Telefon (030) 202 69 136, täglich: 11.00-18.00 Uhr
und an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie über
ticketonline.com.