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Liturgische Vesper am Petrusaltar

Montag, 04. Dezember 2017 - 19:00 Uhr
Rubrik: Gottesdienst

mit Mitgliedern des Johanniter- und Malteserordens

Geschichte und Bedeutung des Stundengebets:
Seit 1997 gibt es die ständige Einrichtung eines Stundengebets am Petrusaltar des Doms zu Berlin. Als liturgische Vesper wird es seither an jedem ersten Montag des Monats um 19.00 Uhr gefeiert.
Sie ist eine öffentliche, ökumenische und gemeinsame Gebetszeit von Mitgliedern der Domgemeinde, des Johanniter- und Malteserordens sowie Dombesuchern. Alle sind herzlich eingeladen!
Das Stundengebet gründet in der monastischen Tradition liturgischer Gebete zu den Tageszeiten. Es dient der geistlichen Stärkung, der Fürbitte, dem Lobpreis und Dank. Das Stundengebet ist eingebunden in eine 1400-jährige christlich-abendländische Tradition, die unter Papst Gregor I. (540-604) als Wechselgesang für geistliche Kommunitäten begründet, von Luther geschätzt worden ist und vom Orden als gregorianischer Gesang gepflegt wird.
Liturgische Grundlage für das Stundengebet bildet das Evangelische Gesangbuch, das nach seiner Neuerscheinung 1993 unter EG 782ff. ausdrücklich zu den Tageszeitengebeten einlädt: „Die Psalmen der Bibel laden dazu ein, den Tagesablauf mit dem Lobgesang zu beginnen und zu beenden. So halten es Juden und Christen. In der Kirche haben sich dafür schon früh eigene Gottesdienstformen entwickelt. Sie wurden, besonders in klösterlicher Tradition, um weitere Gottesdienste zu den Tageszeiten, so das Mittagsgebet und das Nachtgebet, ergänzt. Ihre Singformen wurzeln in der Alten Kirche und im Mittelalter. Ihre Gestalt ist ganz vom biblischen Wort bestimmt. Der einstimmige Wechselgesang hat dabei eine sammelnde und einprägende Kraft.“
Im katholischen Gotteslob wird dazu unter Nr. 627 ausgeführt: „Seit ältesten Zeiten unserer Kirche versammelt sich die Gemeinde regelmäßig am Morgen und Abend, um das Lob Gottes zu singen und seinen Segen für den beginnenden Tag und die beginnende Nacht zu erbitten. Im klösterlichen Leben wurden auch weitere Stunden des Tages durch gemeinsames Beten geheiligt“.

Stundengebet als geistliche Stärkung:
Psalmodiert wird in deutscher Gregorianik. Der einstimmige Wechselgesang zwischen Kantor/Liturg und Gemeinde entfaltet eine sammelnde Kraft und schafft einen geistlichen Raum der Stille und Hinwendung zu Gottes Wort.
Als Lobpreis, Dank- und Fürbittengebet stiftet es im Wechselgesang ein Dreifaches:
• Gemeinschaft mit unserm HERRn, Jesus Christus,
• Gebetsgemeinschaft mit Christen aller Denomination und
• Es bewahrt uns in seiner gelebten Tradition die liturgische Gemeinschaft mit der ganzen Kirche.

Somit wird das Stundengebet zu einer starken ökumenischen Klammer und zu einer über die Jahrhunderte gleich bleibenden Ausdrucksform christlichen Glaubenszeugnisses Diese liturgische Form ist zugleich Ausdruck einer Spiritualität, die das geistliche Leben in der Kirche und im Orden zu allen Zeiten bestimmt hat.

Worauf es beim Stundengebet ankommt:

Dass es zum Lob, Preis, zur Ehre Gottes und als Dank geschieht:
• um den geistlichen Reichtum des Lobpreises wieder neu zu erfahren;
• als wiederkehrende Gebetszeit in stets gleicher Form;
• als geheiligte Zeit an herausgehobenem Ort bei hereinbrechender Nacht.

Dass es aus dem Geist heraus ökumenisch ist:
• um vereint im Heiligen Geist Gemeinschaft mit Christus zu halten, der uns zuspricht: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, will ich mitten unter ihnen sein;
• um Ökumene spürbar mit Leben zu erfüllen und voranzubringen;
• um den einen Orden der Johanniter und Malteser historisch zu verdeutlichen.


Dass es offen ist:
• um unsere „Nächsten“ in Fürbitte und Gebet mit hineinzunehmen;
• um diejenigen „draußen vor den Zäunen und Toren der Stadt“ zu bitten, teilzunehmen;
• um in unserer säkularisierten Welt ein Zeichen für lebendiges Christsein zu setzen.

Dass die liturgische Form unverändert bleibt:
• als verbindende Kraft, die „Beheimatung“ in einer wechselvollen Welt schafft;
• die nur am Wort der Heiligen Schrift orientiert, somit allen Christen gleichermaßen vertraut ist und durch ihre Wiederholung Raum für Meditation eröffnet;
• wozu neben dem Psalmodieren, der Schriftlesung und dem Fürbittengebet auch die Stille gehört. „Stille ist das stumme Dasein vor Gott. Sie ist der geöffnete Raum, in den das Reden Gottes fällt. Sie ist der heilige Mantel, den Gott um uns legt, um unsere Seelen vor dem lauten Treiben der Welt zu schützen, damit wir nur auf sein und Jesu heilbringendes Wort hören“. (Christusbruderschaft Selbitz).